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Subprojekt 3.2: Akzeptanzmanagement für Bioenergie: Innerlandwirtschaftliche Nutzungskonflikte und betriebliches Entscheidungsverhalten

Inwieweit das Potenzial der Bioenergie zukünftig genutzt werden kann, hängt zum einen von der Bereitschaft der Landwirte ab, in den Markt für Biomasse einzusteigen, sei es durch eigene Investitionen oder als Lieferanten (vgl. Teilprojekt Vertragsanbau). Zum anderen – und dies ist Gegenstand dieses Subprojektes – ist aber die Akzeptanz des regionalen Umfeldes (Berufskollegen, landwirtschaftliche Verbände usf.) eine wichtige Voraussetzung für den Ausbau zukunftsfähiger Bioenergielinien. Ansonsten kommt es zu Blockaden und Nachbarschaftsstreitigkeiten, die zu hohen Transaktionskosten führen. Konsenspotenziale innerhalb der Landwirtschaft sind besonders wichtig, wenn Komplettumstellungen von Regionen („Bioenergiedörfer“) angestrebt werden.

Nutzungskonflikte in der Landwirtschaft gewinnen ihre aktuelle Brisanz vor dem Hintergrund steigender Agrarpreise. In den letzten Monaten wurden auf Grund verschiedener Faktoren (Wetter, Teilausfall wichtiger Erzeugerländer, steigende interne Nachfrage usf., insbesondere aber auch durch die sich verknappende landwirtschaftliche Fläche) eine massive Preissteigerung (Produktpreise, Pachtpreise) beobachtet. Die zur Rohstoffgewinnung für die Bioenergie benötigte Fläche beträgt zurzeit rund 10 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Zentrale Aufgabe des Subprojektes ist die Analyse der mit der Bioenergiewirtschaft verbundenen inner­landwirtschaftlichen Nutzungskonflikte. Hierbei sollen insbesondere einstellungsbildende Variablen identifiziert werden, um so Lösungsvorschläge für eine Akzeptanzsteigerung für umweltpolitisch und betriebswirtschaftlich sinnvolle Nutzungskonzepte innerhalb des landwirtschaftlichen Sektors aufzu­zeigen. Bioenergiedörfer stehen vor der Herausforderung, einen möglichst breiten Konsens innerhalb der Landwirtschaft zu erreichen. In den Regionen kommt es aber auf Grund der nur begrenzt ausdehnbaren landwirtschaftlichen Fläche zu Nutzungskonflikten.