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Teilprojekt A2: Integrativer Pflanzenbau

Im Zentrum dieses Teilprojektes steht die Frage nach der Art und dem Zusammenspiel von Zielen zum Biomasseanbau und Steuerungsoptionen auf den verschiedenen räumlichen Skalen sowie Entscheidungs­ebenen. Insbesondere geht es darum, wie ein Biomasseanbau, der Nutzung und Schutz der Umwelt integriert, auf der betrieblichen Ebene umgesetzt werden kann, welche Ziele und Maßnahmen dort entwickelt werden können und welche Informationen, Ziele und Rahmenbedingungen auf übergeordne­ten Ebenen (regionale bzw. überregionale Ebene) geschaffen bzw. bereitgestellt werden müssen.

Ziele des Teilprojektes "Integrativer Pflanzenbau"

  1. Lücke schließen zwischen den vorhandenen (überwiegend theoretischen) Erkenntnissen zu einem nachhaltigen Biomasseanbau und der Implementation in der Praxis auf den Steuerungsebenen Betrieb sowie Region 
  2. Beitrag zu Nachhaltigkeitskriterien für die Bewertung des Biomasseanbaus auf regionaler und Betriebsebene (Zertifizierung) 
  3. Erarbeitung von integrativen Anbaukonzepten im Dialog mit Akteuren zur Verbesserung der Akzeptanz und Umsetzungschancen

Die verschiedenen Teilaspekte dieser Forschungsziele werden in vier Subprojekten bearbeitet:

SP A 2.1 Pflanzenbauliche Optimierung und Umsetzung eines integrativen Energiepflanzenbaus in repräsentativen Landkreisen Niedersachsens,

SP A 2.2 Optimierung der Erträge des Energiepflanzenbaus durch standortspezifische Biomassepotenzialanalysen,

SP A 2.3 Optimierung des Energiepflanzenbaus in Hinblick auf Natur und Landschaft und

SP A 2.4 Sicherung der landwirtschaftlichen Rohstoffbasis - Entscheidungsverhalten landwirtschaftlicher Betriebsleiter


Integrativer Energiepflanzenbau - Was ist das?


Landschaft muss verschiedenste Nutzungsansprüche erfüllen (Land- und Forstwirtschaft, Siedlung- und Verkehrsbau...). Diesem vermehrten Nutzungsanspruch widerspricht das kontinuierlich abnehmende Flächenpotential (114 ha/ Tag). Gleichzeitig werden unterschiedlichste Naturschutzziele in der Landschaft verfolgt. All dies führt zu einem Spannungsfeld und zu einem stetigen Flächendruck. Als eine Lösungsmöglichkeit wird der integrative Energie­pflanzenbau gesehen. Dieser versucht die unterschiedlichen traditionellen Fruchtfolgen und Wirtschaftsformen (konventionell, extensiv, ökologisch) so zu erweitern, dass unterschiedliche Nutzungsoptionen (Nahrungs- und Futtermittel, Energieträger) und Naturschutzziele sich ergänzen und dadurch positive Umweltwirkungen auf eine Landschaft entstehen.

Somit verbindet der integrative Energiepflanzenbau die Nutzung der Landschaft mit dem Schutz der Landschaft.

Damit kann der integrative Energiepflanzenbau eine Brücke schlagen zwischen unterschiedlichen Wirtschaftsformen (ökologisch, extensiv, konventionell) und Landschaftsnutzungssystemen (Natur­schutz, Grünland, Ackerland, Wald) und dazu beitragen, die Agrarlandschaft arten- und strukturreicher zu gestalten, wertvolle Ökosysteme zu erhalten und schadstoffbelastete Ökosysteme sinnvoll zu nutzen. Darüber hinaus können durch intelligente Formen der Doppel- und Beiproduktnutzungen und durch Ausnutzung von Synergieeffekten bei Biomasseerzeugung und Schutzgebietspflege Flächenkonkurrenzen verringert werden.

Forschungsarbeit in den Landkreisen Wolfenbüttel, Goslar und der Region Hannover



Niedersachsen und die kooperierenden Landkreise Wolfenbüttel, Goslar und die Region Hannover

Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden die Landkreise Wolfenbüttel, Goslar und die Region Hannover ausgewählt, um vorwiegend mit den Teilprojekten zwei und drei (konsensorierntierter Ausbau) den Energiepflanzenbau zu optimieren und gemeinsam nachhaltige Bioenergieprojekte auf den Weg zu bringen. Dabei sind Vertreter der Landkreisverwaltungen und der Regionalverwaltung ebenso wie Landwirte und Vertreter der Naturschutzverbände bei jeweils fünf Planungswerkstätten vertreten. Neben den Planungswerkstätten werden in einem Modellbetrieb/ Landkreis, Region integrative Anbaukonzepte (SP 2.1 Pflanzenbauliche Optimierung) getestet und die Folgen des Biomasseanbaus auf Natur und Landschaft (SP 2.3 Natur und Umwelt) untersucht. Mit Hilfe der gewonnenen Daten werden dann für die landwirtschaftlichen Betriebe und die Landkreise/ Region Biomassepotentiale (SP 2.2 Biomassepotentiale) für unterschiedliche Kulturen errechnet.